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May 15 2009
Reparatur Odyssee nähert sich einem Happy End
Wer im undsoversum IRC Channel rumhängt oder mir seit Februar per Twitter folgt, wird wissen, dass ich einige kleine Probleme mit meinem MacBook Pro hatte.
Ich möchte jetzt einmal die ganze Story zusammentragen, auf dass der ein oder andere da draußen vielleicht etwas daraus mitnehmen kann - oder damit ihr was zu lachen habt ;-)
9. Februar
Der Baufehler im nVidia 8600M GT Graphikchip schlägt bei meinem MacBook Pro zu. Ein kurzer Anruf bei Apple sagt mir, dass ich mein Gerät zum nächstbesten Authorized Apple Service Provider (AASP) bringen solle, wo mir kostenfrei ein neues Logic Board eingebaut werden könne.
10. Februar
Gesagt, getan. Ich hatte die Wahl zwischen Gravis und Melog - beides AASPs, die etwa eine Stunde von meinem Wohnort entfernt sind. Nachdem ich von Gravis bisher kaum gutes im Bezug auf Support gehört hatte - und mein Gerät sowieso nicht bei denen gekauft wurde - entschied ich mich also für Melog, einen kleinen 2-Mann Betrieb.
Ich fuhr also hin, gab mein Gerät ab und fing an zu allen mir bekannten Göttern zu beten.
19. Februar
Zwischenzeitlich telefonierte ich mehrmals mit Melog - der vermutete Baufehler wurde bestätigt und mir drohten keine Kosten. Gut soweit. Das erste eingebaute Logic Board kam allerdings schon tot an, also musste ein zweites bestellt und eingebaut werden, was den AASP schonmal gar nicht freute, weil der natürlich nur einfach bezahlt wurde, obwohl er doppelte Arbeit leisten musste.
Ich holte mein Gerät also ab und freute mich schon, dass alles wieder funktionierte. Einige Stunden System-neu-aufsetzen und Zeug-installieren später schaute ich bei 70% CPU-Last in mein iStat Menus und staunte nicht schlecht, als der Temperatursensor des Prozessors 105°C meldete. Panisch brach ich sofort alles ab und die Temperatur senkte sich wieder. Daraufhin machte ich mich daran, das Ausmaß des Problems festzustellen, dazu bediente ich mich dem kleinen Programm CPUTest, was so ziemlich das schlimmste ist, was man seinem Prozessor antun kann - allerdings darf die Kühlung auch unter solchen Extrembedingungen nicht versagen.
Meine jemals erreichte Maximaltemperatur war 114°C - an dieser Stelle sei angemerkt, dass der verbaute Prozessor (Intel Core 2 Duo T7700) eine Notabschaltung bei 125°C hat und eigentlich nicht heißer werden sollte als 100°C (siehe Datenblatt).
26. Februar
Viele Telefonate mit AppleCare und Melog später steht fest, dass mein Gerät zur erneuten Untersuchung zum AASP zurückgeht. Ich bringe mein MacBook Pro also wieder hin und demonstriere meinen 17" Heizlüfter live und direkt vor den Augen des verantwortlichen Mitarbeiters.
12. März
Nach zwei Wochen und allen von Apple geforderten Tests kommt besagter AASP zum Schluss, dass kein Hardwaredefekt feststellbar ist. Die CPU-Temperaturen sind unverändert.
Mittlerweile wurden über AppleCare auch die Ingenieure in Cupertino kontaktiert - eine konkrete Aussage, wie heiß eine CPU in diesem Modell werden darf, blieben sie aber schuldig.
23. März
Für Apple steht fest, dass nichts geschehen kann, ohne einen Service Provider. Nachdem Melog ja bereits festgestellt hat, dass nichts festzustellen ist, gehe ich also doch zu Gravis.
25. März
Ich demonstriere meine mobile Raumheizung im Gravis-Store und erkläre meinen Fall. Das Gerät wird zur Reparatur aufgenommen und nach Berlin ins Gravis-Technik-Center geschickt.
12. April
Gravis tauscht das Logic Board erneut, in der Annahme, dass das Problem damit behoben sei. Bei der Abholung meines MacBook Pros teste ich es gleich im Laden und wer hätts gedacht, die CPU wird genau so heiß wie zuvor.
15. April
Ich poche nun bei AppleCare auf ein Austauschgerät - dazu soll ein AASP eine Aussage darüber treffen, wie heiß die CPU denn nun wird. Ich gebe mein Gerät also wieder bei Gravis ab, um diese Aussage einzuholen.
Besagte Feststellung landet auch bald bei Apple, zusammen mit allen anderen Dokumenten von Gravis.
21. April
Ich hole mein Gerät wieder bei Gravis ab.
Es folgen weitere Mails und Telefonate mit AppleCare.
4. Mai
Eine befreundete Jura-Studentin, der ich meine Geschichte erzählt habe, macht mich auf die entsprechenden Paragraphen im Gesetz aufmerksam. Besonders §440 BGB ist hier zu erwähnen. Ich verpacke das ganze in eine Mail an AppleCare und mache klar, dass ich den Kaufvertrag kündigen möchte.
6. Mai
Ich werde von AppleCare angerufen und mir wird mitgeteilt, dass mein Gerät ausgetauscht wird - gegen ein Nagelneues Unibody 17" MacBook Pro. Wegen einer Präsentation, die ich eine Woche darauf geben musste, konnte der Umtausch leider nicht sofort stattfinden.
Wir schreiben nun den 15. Mai - 95 Tage sind seit dem Auftreten des ersten Problems und somit der Eröffnung des Falls vergangen. Mein MacBook Pro steht mit leergefegter Festplatte in der Originalverpackung zur Abholung bereit und am Montag erhalte ich wohl die nötigen Instruktionen, wie der Austausch stattfinden wird. Unnötig zu erwähnen, dass ich nach so langer Zeit froh bin, dass diese ganze Geschichte doch noch ein gutes Ende nehmen wird.
Und die Moral von der Geschicht: lasst nicht locker, wenn Ihr einmal in meine Situation kommt und schreckt auch nicht davor zurück, eure Rechte geltend zu machen.
Ich werde hier erneut berichten, wenn das Austauschgerät eingetroffen ist.
February 20 2009
Yubikey - kleines Teil, große Zahlen
Ich habe mir vor einigen Monden einen Yubikey gekauft und benutze ihn seither für die sichere Anmeldung bei www.clavid.ch - einem schweizer OpenID-Provider sowie Yubicos Forum und Wiki.
Ich bin der Meinung, dass dieses kleine Stückchen Plastik das Potential hat, wirklich durchzustarten - nicht nur wegen seiner Genialität, sondern auch, weil den Machern (Yubico) der OpenSource-Gedanke wichtig ist.
Für eine kompakte Erklärung, was ein Yubikey macht und welche Informationen in die OTPs einfließen, siehe diese Seite.
Jetzt muss man sich einmal klarmachen, was diese paar bytes, die in einem OTP stecken für Dimensionen bedeuten!
6 byte für die ID ergibt 2^(6*8) = 281.474.976.710.656 Kombinationen. Das sind 42.000 mal mehr mögliche Yubikeys als es Menschen auf der Erde gibt!
Die Lebensdauer eines Yubikeys ist durch den Session counter beschränkt, der *nur* 2 byte lang ist, was 65.536 Sessions entspricht. Nicht sehr viel, was? Denkste!
Wenn man den Yubikey 5 mal pro Tag aktiviert ergibt das eine Lebensdauer von 35,89 Jahren! Zeig mir ein anderes OTP Token, das so lange hält.
Eine Session ist beschränkt durch den Zeitstempel, der immerhin beachtliche 3 byte lang ist, was 16.777.216 Zuständen entspricht. Gezählt wird hier mit 8 Hz, das heißt zum Beispiel, dass der Zähler nach 10 Sekunden auf 80 gezählt hat.
Damit dauert eine Session im Maximalfall 24,27 Tage - danach muss man eine neue Session starten, um weitere OTPs erzeugen zu können.
Wenn man jetzt mal annimmt, dass man mit seinem Yubikey alle verfügbaren Sessions ausnutzt und jede Session bis zur Maximaldauer laufen lässt - dann müsste man 4355,18 Jahre leben!
Alles in allem ein wirklich beeindruckendes Stück Crypto-Hardware - hoffentlich wird es die Weltherrsc... ähhm, die Verbreitung finden, die es Verdient :)
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